Paolo Fresu – Daniele di Bonaventura – In Maggiore

paolo fresu
Design ECM Records

Woran liegt es, dass mich gleich das erste Stück „Da Capo Cadenza“ einfach mitnimmt und berührt? Liegt es an der weichen und präzisen Intonation, dieser nahezu glasklaren Trompete? Liegt es am so vielstimmigen Bandoneon? Worüber unterhalten sie sich – fast nahtlos ins zweite Stück „Ton Kozh“ hinein? Das fängt an wie eine Kinderweise, ein Volkslied, und geht über in ein Umkreisen, den Hörer Einfangen, und ihn Anheben – wie sie sich umeinander winden, mit einem kurzen Knacken die Ebene wechseln – es mit Schlaggeräuschen in einen Rhythmus übergeht, über den die Trompete das Thema spielerisch leicht ausbreitet, sie einfach zu sprechen scheinen in so vielen unterschiedlichen Lagen, dass man nicht anders kann als sich ihren Dialogen hingeben … oder „O Que Sera“: Sehr stimmungsvoll, meditativ, schreibt sich auf die Haut. Hier wird sich Zeit genommen, um in aller Ruhe und Schönheit miteinander zu sprechen, sich den Klangräumen anzunehmen:

Sich den Musikern zuwenden und sich entführen oder forttragen lassen in dieses stimmungsvolle und poetische Meisterwerk. Musik, die du nicht vergisst. „Non ti Scodar Di me“. Stille, Ruhe, Raum, gleich vom ersten Stück an.

Insofern. Musik, die eine eigene Zeit schreibt und spricht, sich selbst und ihre Welt: diese Aufnahme bietet sich an, alles andere liegen zu lassen und zu spüren, wie Musikhören den Horizont aufweitet! Ich muss schon sagen. Selten wurde ich so angefasst – und angehoben. Große Aufnahme. Mit klaren Tönen und schönen Klängen.

 

Paolo Fresu, Trompete und Flügelhorn; Daniele Di Bonaventura, Bandoneon

weitere Aufnahme/Empfehlung: Paolo Fresu mit Daniele Di Bonaventura, Mistico Mediterraneo, Paolo Fresu mit Ralph Towner, Chiaroscuro

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