Jazzplatten 2015 – Jazz 2015 – Jazzalben 2015

Jazzplatten 2015 - Jazz 2015 - Jazzalben 2015
Blue Note – lou donaldson

Jazzplatten 2015 – Jazz 2015 – Jazzalben 2015

Ein schwieriges Jahr. Vom Privaten abgesehen – das Ableben des eigenen Vaters – die Auflösung seiner Habseligkeiten – das sich Rumschlagen mit den Behörden – dieses Jahr ist auch in Sachen Jazz für mich holprig verlaufen, trotzdem erwartungsfroh und doch auch irritierend – wo der Jazz einem buchstäblich zu Kopf steigt, nicht etwa weil auch er tot sei, sondern weil es kaum mehr möglich scheint, den Überblick zu wahren – von der persönlichen Entdeckung der Streaming-Dienste – bis hin zur Ununterscheidbarkeit der verschiedenen Stilrichtungen – über die Verzweiflung an den Diskussionsritualen im Netz – nein, das ist nicht der Punkt – es differenziert sich eh über die vielen Namen – denn niemand kann dir über den Berg all der Veröffentlichungen mehr hinweg helfen, ohne Hilfsmittel geht’s nicht:

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Design by Vanessa – erik friedlander

Regelmäßig besuche ich die famose Website von All-about-Jazz – die Seite von Jazzthing, die Jazzweek-Charts in den USA, tatsächlich werfe ich abundan einen Blick auf die Verkaufscharts bei Amazon, die deswegen so überraschend sind manchmal, weil ein einziger Kauf einer Jazzplatte diese schon unter die top-hundert katapultieren kann – durch die Entdeckung der Streamingdienste – ich weiß, Sie haben das schon früher gewusst als ich – bin ich allerdings zu einem unkonzentrierten Hörer geworden, einem, der zwischen den Stühlen steht – setzt aber folgenden Vernunftgedanken frei: Es ist vollkommen schnuppe inzwischen ob du ON TOP oder IN PLACE oder IN TIME oder UP-TO-DATE bist, auch ob du nur noch ON THE ROAD oder BETWEEN THE NOISE oder unter DACH UND FACH oder endlich EINFACH ZUFRIEDEN bist und dir aus Verzweiflung fast nur noch die alten Scheiben anhörst – wenn dafür überhaupt noch Zeit bleibt in diesen Zeiten des Horrors und der üblen Nachrichten, der Überfüllung des eigenen Hirns.

 

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Smoke Sessions Records – orrin ewans

LESS IS MORE wäre wieder angesagt oder NOMORE ANYMORE – aber das wäre unfair und gleich auch die schlechteste aller möglichen Wendungen. Die nachwachsenden Generationen wollen gehört werden – nicht immer das Sitzen auf alten Stühlen und Sofas – wo der Markt sich über alles ausbreitet, und was nicht Markt ist, akademisch gefangen scheint oder sich über Stipendien und kaum eroberbare Studienplätze reguliert – was dazu beiträgt, dass Jazz einen elitären Beigeschmack bekommt – man schon vom reinen Zuhören meinen könnte, nur den Mief selbstreferenzieller Hochkultur zu verspüren – das ist nur eine der vielen Seiten des gleichen Spiels um B-Flat und Flat Fifth und Tempi und Crescendi und Taktgefühl oder Rhythmus-Spiel. Trotzdem oder gerade deswegen schnüre ich ein Päckchen – sehr viele Namen – übers Jahr gesammelt – Empfehlungen von AllaboutJazz, die Hitliste aus den USA, die Platten, die ich unbedingt kaufen wollte oder musste und in Teilen auch erworben habe, schließlich die Sparte wiederentdeckt. Gerne würde ich noch meine beim Lesen von J.E.Behrendt zugefügte Liste und noch immer die große Sammlung von Peter Rüedi anfügen – da habe ich mir noch drei gebaut: Eine Ralf Dombrowski Tüte, eine Alex Ross Tüte und eine Penguin Jazz Guide Tüte.

 

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Label: Gateway Music – jacob roved

Es führt das aber noch nicht zum Hörerlebnis – schon gar nicht zu einem wie auch immer gearteten Gefühl, verstanden zu haben, worum es geht – beweist nur einmal mehr: der Sammler und Jäger hat kein leichtes Spiel – denn leicht könnte man noch weitere Kriterien anführen: Vom Duo, zum Trio, zum Quartett – bis hin zur Big Band – oder aber: den Pokal für das beste Cover! Wie wäre es mit einer Unterteilung nach Instrumenten? Oder die nach Stilen. Oder eine ganz eigene Gruppe: wer spielt am lautesten, wer am leistesten? In Zeiten des Trashes, des Lärms und der wievielten Hipper-Yeah-Yeah-Show im Fernsehen – die Grenze scheint dehnbar und nie erreicht. Masse versus Qualität. Schaum und Luftblase versus Tektonik und Raumgefühl. Die Brasscombo gegen das Duo. Der Tanz gegen den Marsch. Das Klavier gegen die Gitarre – und Klarinetten im Vorbeiflug mit Kontrabass. Spannend allemal, wenn ein Instrumentalist Partner findet – zu kommunizieren anfängt. Da beginnt Musik. Wenn gemeinsam exaltiert oder freitonal oder harmonisch oder auch technisch Räume gebaut werden – es immer noch funktioniert: Handwerk – Zusammenspiel – vor einem Publikum, das sich freut, wenn Klangkünstler und Virtuosen sich zusammentun. Das ändert auch die digital vernetzte Welt nicht, sie befördert es sogar, gewollt oder nicht, denn wo die digitale Welt scheinbar alles und jeden sichtbar macht, bleibe ich wieder und wieder erstaunt, wieviele der Musiker ich nicht kannte oder kenne.

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Concord Records – Billy Gibbons

Eine Prognose scheint erlaubt: Wo du vor dem Monitor spürst, wie du vor einer Glaswand sitzt, und sich die Welt fragmentiert – da will Gemeinsinn und Erleben her. Das Konzert, das Meeting, das Festival – das Livehaftige ist noch immer nicht zu ersetzen durchs Digitale – das Digitale aber Publikum macht, als Sprachrohr – wer nun im Netz nicht repräsentiert ist, auch nicht mehr wahrgenommen wird (?) – nun, tatsächlich ist das Wahrnehmen der anderen durch das Digitale einfacher geworden – bedenke nur, dass es früher ein paar wenige renommierte Clubs und Radiosender gab, es heute ein Vielfaches davon gibt – allerdings: Filtern musst du selbst. Und Geschmacksfragen über Musik lassen sich eh kaum diskutieren – du brauchst um all das schon ein Navi fürs Navi.

Wie gesagt: das ist kaum mehr zu leisten: den Überblick zu wahren und-oder sich blind und vertrauensvoll an den Labels zu orientieren, ja, die Welt scheint vielfältiger geworden – und doch gleich auch hierarchischer und von immer weniger Stimmen geführt oder bestimmt  (? – doppeltes Fragezeichen ?) – es scheint wie in der Literatur: dort wie hier gibt es, wenn man im Netz recherchiert, mehr Literaten als Leser, mehr Musiker als Zuhörer ? Kann das stimmen ? – das babylonische System nicht jedem bekommt ? – die Irrfahrt (des Odysseus) noch immer keinen Weg gefunden hat aus der Unübersichtlichkeit ? Eine Frage des eigenen Navigationssystems.

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Carl Mörner Ringström

Also: wer viel wissen will, muss viel suchen, wer sich mit wenig zufrieden gibt, folgt den anderen. Ich folge meiner Intuition, und die sagt mir, es gibt jenseits des Allgemeingültigen mehr als das, was alle zu wollen scheinen. Daher nun meine umfängliche Liste für das JAHR 2015. Und damit klar ist, dass ich hier von einer besonderen Musik spreche, wenn ich das Wort Jazz in den Mund nehme, vorneweg diese kleine aber feine Scheibe aus dem wohl bekanntesten Jazzlabel aller: gemeint ist Lou Donaldson, eine Aufnahme aus dem Jahr 1958, remastered – siehe Link.

… eigentlich sollte man nur .. fünf oder sechs Platten empfehlen  … denkt man … aber aber .. sagt eine innere Stimme …. es gibt so viele gute Platten …. du musst sie alle empfehlen … ausnahmslos! Und zwar … wenn du mit dieser einen Donaldson Platte durch bist – höre diese hier / und dann diese hier / Und dann steigere es nochmal mit der hier / in allen Aufnahmen hörst du eine Bass-Kraft schwurbelnd, wandernd, triolisierend – und wandernd – und nur ein Ignorant würde behaupten, das klingt alles gleich … ich hab‘ noch eine für dich / und gleich noch eine / Platten, die mich überzeugten und auch weiterhin erfreuen – Platten die mich fröhlich machen, Platten Platten Platten – was auch mal mp3 sein darf oder einfach nur angehört und gleich wieder vergessen – niemandem will man mehr den Vorzug geben, denn alle wollen sie gehört oder gesehen werden – und wenn Zeit ist, geht man sogar in Konzerte – das waren bei mir dieses Jahr nicht viele – immerhin: Jazz in der Philharmonie gibt es und Melody Gardot war gut gelaunt auch dort – und hat uns von den Stühlen gerissen – aber Mitsingen ist noch immer nicht meine Sache.

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Charles Owens

Da bleibt kein Auge trocken, oder kein Stuhl stehen, oder einfach nur das Ohr berauscht … wer will da noch Platte gegen Platte gewichten oder gar eine Hitparade schreiben, ohne sich selbst zu parodieren? – Bitte: Es ging für mich los mit Chris Potter, Cassandra Wilson, Kenny Wheeler, Paolo Fresu, Melody Gardot, Myra Melford,  nachzulesen in den Einzelbesprechungen …

Es gibt hochgradig Experimentierfreudiges zu hören – berauscht am Klangkörper der Instrumente – an der Grenze zum Hörbaren (rein subjektiv) – es gibt das Haus ECM mit offenbar „ganz eigenem Sound“ (in Cooperation mit Universal Music oder schon unter einem Dach (?) – wie Blue Note auch (?) – die Entwicklung verstehe wer will – als ginge es um Markt und Macht in ihm (um Überleben?), eine Geschichte, die den Machern kaum mehr Freunde bereiten kann – trägt es nichtmal zur Übersicht bei – fairerweise nenne ich die „Kleinen“ wie ACT, Winter&Winter und vergesse nicht die ENJA – who is who in this contract, die GLM und und und … mein Radar hat noch ganz andere Namen gesichtet – in Portugal, in Frankreich/Belgien, sowieso in Schweden und Norwegen und Dänemark, auch in Russland und Polen … einzig die Selfpublisher kommen mir selten vors Auge – da will und würde ich gern mehr erkennen … aber ich habe nur meine zwei Beine, zwei Arme, zwei Augen, zwei Ohren. Bis all das gleichberechtigt nebeneinander steht bzw erkennbar wird …

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Drouin Eagles Froman – trio DEF

Gucken wir uns in den USA um / da können wir Europäer behaupten, was wir wollen, dort drüben gibt es noch immer einen riesen Schub – im Osten New-York der John Zorn unermüdlich und fast schon zu häufig erscheint, an der West-Küste taucht plötzlich ein Kamasi Washington auf, der es innerhalb weniger Wochen schafft, selbst hier die Charts aufzurollen – ein sehr eigenartiger Schub war das – kaum zu übersehen und wahrscheinlich ebenso schnell verraucht? – Schnuppe – nicht wahr? Frage noch, die letzte. Wieviel Neues hat der Markt zu bieten? Nun, klare Antwort : wer neugierig ist, hört in fast jeder Scheibe eine Neue Stimme oder eine Neue Idee – wer satt und müde ist, für den klingt alles wie schon immer da gewesen. Was soll’s also – hier nun zum Überfliegen. Alles Namen aus dem Jahr 2015 (und nichtmal vollständig – ich habe schon einen Filter angesetzt, der lautet: was zu gefällig ist, darf wo anders gelobt werden) – vielleicht sind auch die eine oder andere etwas ältere Nummer dabei – nicht so schlimm. Bitte … viel Spaß beim Weitersuchen und -blättern. Schon als Jungspund verbrachte ich Stunden in einem Schallplattenladen, nun verbringe ich mein Leben im Netz – auf Fischfang wie einst Käptn Ahab. Nur dass ich Moby Dick nirgends zu Gesicht bekomme, sondern viele Makrelen, die, so scheint es, um mich ein Netz gespannt haben … los jetzt … (By the Way, der Artikel ist noch nicht vollständig – bzw will ich mein Augenmerk oder das der Besucher dieser Seite auf die mir persönlich ans Herz gewachsenen Platten legen, indem ich die Cover platziere mit entsprechenden Links zu den Webseiten. So habe ich das für mich fürs Jahr auf einen Blick, und vielleicht hilf es auch den Freunden der Musik da draußen in der Weite des Netzes …)

+++   PLATTEN *** NAMEN *** 2015 *** AUSZÜGE +++

Moonlight Saving Time: Meeting The Night

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moonlight saving timet

MST Records: Emily Wright – vocals Dale Hambridge – piano -Will Harris – double bass Mark Whitlam – drums Rory Francis – percussion Nick Malcolm – trumpet

Eine Combo von der Insel – wenn man eine Schublade will, könnte man von Folk-Jazz sprechen, poetischen Anlehnungen, oder wie es auf ihrer Website heißt: Musik für Herz und Kopf. Stimmig anrrangiert, auch ein wenig aufgeladen – so beginnt das erste Stück „Clouds“ – um in „Meeting At Night“ brüchiger zu werden. Da ist dann viel Raum zwischen der weichen und klaren Stimme von Emily Wright und der sich freispielenden Trompete, die ans Saxophon übergibt – ein Mehrphasenspiel, wo sich wildes und atonales Spiel mit ruhiger Orchestrierung abwechseln. Eine durchgängig aubwechslungsreiche und vielseitige Aufnahme, man darf gespannt sein, wie sie sich entwickeln.

Yelena Eckemoff: Everblue

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eckemoff everblue

L & H Production, Tore Brunborg, Arild Andersen, Jon Christensen, Yelena Eckemoff

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Es gibt Melodien, an denen ich nicht vorbei komme – weil sie in eigenartigerweise etwas in mir ansprechen – was heißt da schon Melancholie, was romantische Stimmlage – es ist dies das zweite Stück „All That is, Seen and Unseen“ – insgesamt eine ruhige Platte – Tagträumen schein erlaubt. Als Querverweis nochmal die ebenfalls hervorragende Platte A Touch Of Radiance:
Yelena Eckemoff: piano; Mark Turner: tenor saxophone; Joe Locke: vibraphone; George Mraz: double bass; Billy Hart: drums.

Anat Cohen, Luminosa

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Anat Cohen Luminosa

Cover art by Michal Levy Design by Lior Romano Cover photo by Augusta Sagnelli Band photos by Fran Kaufman Produced by Oded Lev-Ari, Anat Cohen & Jason Lindner

Zwischen Tel Aviv und Lateinamerika, vom HipHop bis Benny Goodman? „Weit mehr als eine reine Ehrenrettung der Clarinette, Anat Cohen lässt aufhorchen, welche Bandbreite sie mit ihrem Instrument hat“ – so der SWR in seiner CD-Empfehlung aus dem Juli 2015 – folgt man ihrer Website, so kann man sichergehen, dass ihr der Ruf einer außergewöhnlichen Begabung vorauseilt – mich persönlich überzeugen vor allem die beiden Stücke „Ima“ und „Bachio“ so sehr, dass ich den anderen beinahe blind folge – eine Aufnahme, die vor Freude und Atmosphäre nur so strotzt. Großer Applaus! (Anat Cohen: clarinet, bass clarinet, tenor saxophone; Jason Lindner: piano, Wurlitzer electronic piano, analog synthesizer; Joe Martin: bass; Daniel Freedman: drums; Gilmar Gomes: percussion; Romero Lubambo: guitar; Gilad Hekselman: guitar; Vitor Goncalves: accordion; Cesar Garabini: 7-string guitar; Sergio Krakowski: pandeiro.

Andi Kissenbeck’s Club Boogaloo, Monsoon Dance

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Andi Kissenbeck

Man nehme Hammond Orgel, Saxophon und Gitarre – Schlagzeug und Bass – und der Rest ist eine vor Beat und Lust am Tempo rasende Fahrt durch die nächsten vierzig Minuten Wippen Schnippen, das grooved und browsed durch den so einfachen und beinahe schon archetypischen Sound einer Hammond Orgel – da bleibt kein Auge Boogaloo – denke ich – die Unterschiede herauszuhören zwischen Billy Smith und Joey DeFrancesoco und Andi Kissenbeck ist nicht mehr Sinn und Zweck der Übung, sondern einfach der große Spaß am Vorwärtstreiben und dem großen Wums am Ende der Geschichte von Stück eins „monsoon dance“. Um in eine mitreißend schmatzende Schmonzette überzugehen – wer es relaxt – und gutgelaunt mag, ist hier gut aufgehoben. Andi Kissenbeck (Hammond B3), Torsten Goods (git/voc), Peter Weniger(sax), Tobias Backhaus (dr)

 

Brian Landrus Trio, The Deep Below

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Brian Landrus

Brian Landrus Record Label: BlueLand Records Brian Landrus: baritone saxophone, bass clarinet, bass saxophone, bass flute; Lonnie Plaxico: acoustic bass; Billy Hart: drums.

 

 

 

Caili O’Doherty, Padme

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Caili O’Doherty

Caili O’Doherty – Piano, Fender Rhodes Mike Bono – Guitar Zach Brown – Bass Cory Cox – Drums Adam Cruz – Drums (guest artist) Alex Hargreaves – Violin Caroline Davis – Alto Saxophone, vocals Ben Flocks – Tenor Saxophone Eric Miller – Trombone

 

 

 

Chamber3, Grassroots

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Reinhold Grombein, Photography; John Bishop, Cover Design – Layout

Christian Eckert, Steffen Weber, matt jorgenson; Reinhold Grombein, Photography; John Bishop, Cover Design – Layout

Ohrenfällig im Sinn von augenfällig ist die Arbeit von Matt Jorgensen am Schlagzeug, und hört man dann die Zusammenarbeit mit Weber (Saxophon) und Eckert (Gitarre), verspüre ich etwas Seitenwind der „Psalm“ von Paul Motian aus dem Jahr 1982 – und wenn ich die beiden Platten quasi gegeneinander höre, komme ich zu keinem anderen Ergebnis: die nehmen sich nichts, kleiner Unterschied: die Frisells und Lovanos von damals heißen heute eben Eckert und Weber, und Matt Jorgenson am Schlagzeug steht Motian auch in nichts nach. Deswegen: Weitersagen. Christian Eckert, Gitarre; Steffen Weber, Saxophone; Matt Jorgensen, Schlagzeug; Phil Sparks, Bass.

Label: OA2 Records

Chris Potter and Underground Orchestra, Imaginary Cities

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Design ECM Records – chris potter

Um Stadt soll es gehen, die imaginierte, die sich erfindende – im Kopf. Nun. Nehmen wir einen Scorsese-Film – dann wäre das eine Stadt irgendwo im letzten Jahrhundert, oder eine kurz vor Erwachen – mit Nachtlichtsplittern – und darüber die entsprechende Musik – Stück eins bedient diesen Glamour – so deutlich, dass man die Bilder ziehen sieht – Na, dann gute Fahrt, dachte ich, der Film kommt mir bekannt vor. Aber Potter wollte keinen Jazz mit Klassik zusammenbringen, Potter hatte einen Film – vor Augen. In Stück zwei geht es aber noch immer ähnlich eingängig zu Werk – wobei. Ab Minute sechs gibt Adam Rogers an der Gitarre dem Ganzen eine Wendung – nun hat sich Chris Potter neben dem engen Kreis um Saxophon, Schlagzeug und Bass und Gitarre einen großen Rahmen geschaffen mit Cello, Violine, Vibraphon und Marimba – und alle sollen sie zu Wort kommen – in Stück drei wird dieses Versprechen schließlich eingelöst. Es wird rhythmisch, treibend, vielseitig, abwechselnd und: es werden Geschichten erzählt, unzählige. Noch immer nicht ohne Theatralik, von gezupften Saiteninstrumenten umfasst, da geht der Erzählpuls schon etwas höher.Nun – wer noch immer im Zweifel ist – in diesem Film – wo das Saxophon kristallklar spricht, und die Streicher ihr eigenes Spiel spielen – zusammengehalten durch Arrangement und Bilderwelt – mit den bekannten Aufnahmen – wird allein durch das famose Solo von Steve Nelson am Víbraphon daran erinnert, dass es hier um mehr geht als nur mit der Kamera durch die City zu fahren. Hier werden Geschichten erzählt.

In „Desintegration“ der Auftritt aller als etwas komplexere Komposition – die schließlich auf „Rebuilding“ zugeht als Dreh- und Angelpunkt der Aufnahme (wobei man es auch anders sehen kann: Stücke 4 und 7 bringen jeweils den Kammerton der Streichinstrumente mit, während in „Rebuilding und „Firefly“ der Straßenraum „spricht“: insofern ergänzen sich die beiden Erzählstränge zum Großstadtroman) – ab hier würde ich sagen: sie haben sich gefunden, die Aufnahme wird zum Ereignis jenseits der Konventionen: Hut ab, will ich sagen. Vor allem vor Nate Smith am Schlagzeug.

Alles in allem eine überraschende Wendung von innen nach außen arrangiert zu einer sich frei erzählenden Geschichte – sich der Stadt nähernde Züge höre ich in „Dualties“, sich großspurig anmaulende Großstädter in „Sky“ – die Geschichtenerzähler treffen sich in „Firefly“ – das geht so unmittelbar in „Shadow Self“ weiter – mit der Imagination – der Stadtgründung, der Architektur – der Geschichten, Mutmaßungen und Spekulationen darum. Auf das Stichwort Architektur wäre ich selbst nicht gekommen – das las ich in einem Interview – aber wenn man es gehört hat: Man hat sämtliche Protagonisten einer Stadt vor Augen, und bei jedem neuen Hören neue Geschichten. Das ist zwar nicht immer leicht, aber das würde eh nicht funktionieren – eine Stadt ist nun mal mehr als die Summe ihrer Darsteller.

Wem 2015 noch Schwierigkeiten bereitet, in diesem Frühaufsteher-Movie hat man schon mal eine schöne und fette Zusammenfassung in fast trockenen Tüchern.

Chris Potter: Tenor und Sopran Saxophon, Bass Klarinette; Adam Rogers: Gitarre; Craig Taborn: Piano; Steve Nelson: Vibraphon und Marimba; Fima Ephron: Bass Gitarre; Scott Colley: Akustik Bass; Nate Smith: Schlagzeug; Mark Feldman: Violine; Joyce Hammann: Violine; Lois Martin: Viola; David Eggar: Cello.

Daniel di Bonaventura and Paolo Fresu, In Maggiore

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Design ECM Records – paolo fresu

Woran liegt es, dass mich gleich das erste Stück „Da Capo Cadenza“ einfach mitnimmt und berührt? Liegt es an der weichen und präzisen Intonation, dieser nahezu glasklaren Trompete? Liegt es am so vielstimmigen Bandoneon? Worüber unterhalten sie sich – fast nahtlos ins zweite Stück „Ton Kozh“ hinein? Das fängt an wie eine Kinderweise, ein Volkslied, und geht über in ein Umkreisen, den Hörer Einfangen, und ihn Anheben – wie sie sich umeinander winden, mit einem kurzen Knacken die Ebene wechseln – es mit Schlaggeräuschen in einen Rhythmus übergeht, über den die Trompete das Thema spielerisch leicht ausbreitet, sie einfach zu sprechen scheinen in so vielen unterschiedlichen Lagen, dass man nicht anders kann als sich ihren Dialogen hingeben … oder „O Que Sera“: Sehr stimmungsvoll, meditativ, schreibt sich auf die Haut. Hier wird sich Zeit genommen, um in aller Ruhe und Schönheit miteinander zu sprechen, sich den Klangräumen anzunehmen:

Sich den Musikern zuwenden und sich entführen oder forttragen lassen in dieses stimmungsvolle und poetische Meisterwerk. Musik, die du nicht vergisst. „Non ti Scodar Di me“. Stille, Ruhe, Raum, gleich vom ersten Stück an.

Insofern. Musik, die eine eigene Zeit schreibt und spricht, sich selbst und ihre Welt: diese Aufnahme bietet sich an, alles andere liegen zu lassen und zu spüren, wie Musikhören den Horizont aufweitet! Ich muss schon sagen. Selten wurde ich so angefasst – und angehoben. Große Aufnahme. Mit klaren Tönen und schönen Klängen.

Paolo Fresu, Trompete und Flügelhorn; Daniele Di Bonaventura, Bandoneon

Emily Saunders, Outsiders Insiders

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emily saunders

Emily Saunders: voice; Byron Wallen: trumpet; Trevor Mires: trombone; Bruno Heinen: piano, Dave Whitford: bass Paul Michael: bass; Jon Scott: drums; Fabio De Oliveira: percussion; Asaf Sirkis: percussion

Der Titelsong Outsiders Insiders ein Ohrwurm – eine Trompete irgendwo knapp unter Nicht-mehr-Hörbar weggequietscht – ein feiner Bass-Lauf, ein Sixties-Groove auf zwei Organ-Akkorden – so ausgestattet geht‘s die Straße runter – herrlich auch das verspielte Solo von Steve Pringle – mein 5 Sterne-Stück.

Die Aufnahme ist von schönen überwiegend brasilianischen Rhythmen getragen – über denen die Solisten mit Trompete und Piano locker hinwegsteigen – dazu auch Emily Saunders Skat-Gesang – der die Stimme zum Instrument macht – überhaupt: Vielfalt und Abwechslung ist über die gesamte Aufnahme garantiert – ein durchgängig stimmiges Gesamtkonzept.

Zwei Songs stechen heraus – das sind „Residing“ und eben „Outsiders Insiders“ – die mit dem jeweilig starken Beat – in der zweiten Hälfte dann eher schon gehauchte und atmosphärische Stücke wie Moon, Metronomic und You with me. Das macht eine abwechslungsreiche Reise zwischen lyrischen und groovigeren Stücken: die Aufnahme hat Potential, nicht nur eingefleischten Jazz-Freunden zu gefallen.

Abgerundet wird die ganze Aufnahme mit You With Me, eine ergreifende Sprach- und Pianoballade, viel zu schnell vorbei – bleibt nur ein Fazit: ein kleines Meisterwerk mit eigenem Charakter, Sound, Licht und Raum. Schon jetzt: Ein Höhepunkt in 2015!

Horacio Lavandera, Dino Saluzzi: Imagenes – Music for Piano

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Design ECM Records – Horacio Lavandera

 

  • ohne Worte –

 

 

 

 

Iiro Rantala, My Working Class Hero

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Design ACT Records – Iiro Rantala

Endlich konnte ich den jungen Mann auch mal live erleben – ein wahres Energiebündel – ein viel Humor und Freude verbreitender Finne mit einem wiederkehrenden Spruch auf der Lippe: My Working Class Heroes – damit verwieß er immer auf die um ihn herum stehenden spielenden, das waren Walkenius und der famose Bassist: Lars Danielsson und der ebenso famose Schlagzeuger Morotn Lund – und dann sehe ich den Titel der Platte – ganz bescheiden den Haken über die Mitstreiter zu sich selbst gezogen – Recht hat er. Darf er. Spielt einfach ohne Mühe seine 60 Minuten – ohne dass man merkt wie die Zeit vergeht.

 

 

Joel Harrison, Spirit House

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joel harrison

Joel Harrison (guitar/compositions/arrangements), Cuong Vu (trumpet), Paul Hanson (electric and acoustic bassoon), Kermit Driscoll (upright and electric bass), and Brian Blade (drums)

DIE MUST HAVE des Jahres. Wer den We-Want-Miles-Davis mag, kommt an dieser Scheibe nicht vorbei. Das beginnt mit einem wahren Feuerwerk der Ideen und Sets – allein was Cuong Vu – ich lese das wie Kung Fu aus seiner Trompete herauslässt, ist ein ganz eigener Film – eine Fanfare mit Rums – wird von einer Ballade aufgenommen, die erstmal klassisch ihr Thema präsentiert – wo du sicher sein kannst, dass es so nicht bleibt – diesmal darf die Bass-Clarinette im buchstäblichen Sinn „ausbrechen“ – bis alles in sich zusammenrutscht, um dem Drummer seinen Hof zu geben – da wird die Gitarre zum Rhythmus-Geber und das Schlagzeug zum Improvisator – nein, das ist keine Musik für nebenbei – vielleicht manchmal ein bisschen überorchestriert – aber was soll das schon sein, wenn man sie sich wieder und wieder freispielen hört – wie in Stück 3  „Left Hook“ – der Joel Harrison bis hierhin nichtmal solistisch in Erscheinung getreten ist, sondern den anderen mit rockigen und verzerrten Gitarrenriffs ihr Feuer gibt – auf dem Cuong Fu wieder großartig „ausbricht“. Rein subjektiv: ein echter Hammer auf sechs Saiten.

Michael Oien, And Now

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Michael Oien

Michael Oien – Bass; Matthew Stevens – Acoustic and Electric Guitar; Nick Videen – Alto Saxophone; Jamie Reynolds – Piano; Eric Doob– Drums; Travis Laplante – Tenor Saxophone on “MAD TO LIVE”

Alles in allem komme ich nicht zum Ergebnis, dass es sich hier um eine rundum großartige Scheibe handelt, es ist in Teilen „sehr nett“, aber gleich auch ein bisschen akademisch – die Aufnahme selbst klingt manchmal wie „nebenan“ gezimmert (dort wo die Mikrophone hängen) – nun, auch das kann seinen Charme haben – aber hier sollen wohl erstmal nur sehr viele Fleißteufel gesammelt werden.

Das erste Stück ist sehr getragen und scheint sich an seinem Thema „In The Early Autumn“ etwas abzumühen – etwas mehr Fahrt nimmt „Skol“ auf – um in „Mad to Live“ in eine zeimliches Gewitter überzugehen – auffällig ist, dass der Bassist kaum auffällt, sich eher als Side-Man betätigt und im Hintergrund bleibt – Die anderen machen den Sound. Im Stück „Smile The Mile“ schaltet mein Hirn schließlich auf Durchzug – Eine Melodie einmal gehört, ein zweites Mal, dann ist auch mal gut – das wird schon in „Ask One“ bis an die Grenze getrieben … – nun, immerhin darf sich der Schlagzeuger in den Redundanzen etwas austoben. Mehr als Sieben Minuten fahre ich nun auf drei Akkorden spazieren, es entwickelt sich erst ab Minute 5 Spannung (wo Schlagzeug und Saxophon sich eine nette Steigerung erlauben) … und schon gibt es ein Freitonal-Experiment „Dreamer Pt1“, da erleidet die Truppe ihren selbst herbeigeführten Schiffbruch, ich ahne plötzlich, warum mich die Aufnahme nicht durchgehend elektrisiert oder voll auf ihre Seite bringt.

Die Fingerübung „Dreamer Pt1“ hat etwas Unentschiedenes, da möchte man den Druck und die Energieleistung der ersten vier Stücke zurück, die Verluste aus diesem Talk werden ganz nett abgefangen in Dreamer (Pt.2) – und trotzdem scheint es mir hier mit der Melodieführung und Komposition zu willkürlich – das wird schließlich in „Dreamer Pt3“ etwas abrupt und wieder wie aus heiterem Himmel in einen fetzigen Groove überführt – der allerdings für die Mühen bis hierher auch ein bisschen entschädigt.

Alles in allem ist das eine „nette“ Aufnahme mit einiger Abwechslung, unterschiedlichen, sehr frischen Grooves, einem phasenweise guten „Drive“, und manchmal lustigen Einlagen – wenn die Gitarre zum Beispiel in „Mad to Live“ einen Sound ausbreitet, als wäre sie Highlander persönlich (es kann nur einen geben). Ich schließe das so: Eine Scheibe zwischen drei und vier Sternen, die Stücke Skol, Mad To LIve, Ask Anyone und Dreamer Pt2 haben den Kauf der Scheibe gerechtigfertigt, bei den verbleibenden Stücken fehlt mir der Zugriff.

Myra Melford, Snowy Egret – Featuring: Myra Melford: piano, melodica –  Ron Miles: cornet – Liberty Ellman: guitar – Tyshawn Sorey: drums

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Cavoer Franziska – myra melford

Warum weiß man, wieso einem etwas gefällt, obwohl die anderen dazu sagen, wie kann man so etwas hören? Wenn man durch Zufall auf eine Pianistin trifft, die schon mehr als zehn Platten unter die Freunde ihrer Musik gebracht hat. Wenn man so etwas spürt wie Timing, Parallelwelt, Ereignisraum und Vielfalt, wenn man sich von etwas beeindruckt weiß und das mitteilen will – dann ist wohl etwas Besonderes passiert.

Das beginnt mit einer Fanfare – das Thema ist im Anspielbeispiel zu hören. Die Auflösung des Themas übernimmt die Gitarre und führt in ein eigenes Schieben und Improvisieren, die beiden am Schlagzeug und Bass treiben es voran, während Mylford das Thema dazwischenschiebt, damit sich auch die Trompete freispielen darf. Es kommen zusammen: Musiker. Komposition. Ruhemomente, Unruhemomente. Das Aufeinander-Hören, das Miteinander, das gemeinsame Jagen, die Abwechslung. Dieses etwas kräftigere Stück wird abgelöst von Night in Sorrow – ganz die Ruhe selbst, von der Gitarre eingeleitet, das hört man auch im Anspielbeispiel. Der Bass schleicht sich leise hinzu. Das Schlagzeug folgt und schließlich eine Melodie übers Klavier. Das war es schon, möchte man meinen, ist aber so fein gesponnen – da gehst du dahin. Wieder wunderbar aufgelöst vom Thema ins Spiel. Und da das über die ganze Aufnahme immer wieder geschieht auf bestmöglich Art, bleibt sie ein wunderbares Beispiel dafür, wie Herz, Kopf und Bauch gleichzeitig angesprochen werden. Und noch immer muss ich rufen, Vorsicht. Das ist noch immer Jazz. Wem sage ich das?

In den Anhörbeispielen ist der eigenständige Charakter der Aufnahme schon ganz gut zu hören, aber noch nicht, wie die Musiker schließlich, nachdem die Themen jeweils gestellt sind, aufeinander losgehen und umeinander ringen, drängen, kämpfen (man sagt auch sich arrangieren dazu), das lässt sich sehr gut im dritten Stück hören. Da ist ein anfänglich klarer Ansatz gegen Ende des Stücks aber derart von allen zusammen gegen oder miteinander zerlegt – es muss zwangsläufig wieder Ruhe einkehren. Das leistet „Ching Ching“ tatsächlich auf eine ganz eigene Weise. Obwohl ein Trommelwirbel mit Melodia und Trompete im Anfang, wird es ein eher zurückgenommenes und sentimentales Stück – was dann aber von Schlagzeug und Bass und Gitarre komplett in eine wieder stämmigere Reibung überführt wird.

Diese Aufnahme ist vor allem ein Feuerwerk der Ideen, und eine Implosion wie Explosion. Ein vorletztes Beispiel: „The Kitchen“ – da wird anfänglich mit Gitarre und Bass auf die Widersprüchlichkeit oder Unterschiedlichkeit der jeweiligen Seite (Saiten) hingewiesen, bis in der dritten Minuten das Thema gemeinsam aufgenommen ist, von allen!, um das Stück in eine komplett andere Richtung zu verschieben, wo das Klavier schließlich einen Ritt auf der Rasierklinge des Bass hinlegt – da bleibt nichts am Platz – ein großer Satz in die Tasten. Und zu guter Letzt: „Strawberry“: was als kleiner Blues beginnt, findet sein glückliches Ende in karibischen Rhythmen.

Eine wie ich finde richtig gute Aufnahme.

Phil Donkin, The Gate (feat. Ben Wendel, Glenn Zaleski & Jochen Rueckert)

Jazzplatten 2015 - Jazz 2015 - Jazzalben 2015
Phil Donkin

Kammermusik zum Anfassen – wieder von der Insel – wobei Phil Donkin, gebürtiger Engländer, wie es sich fast schon gehört für einen, der es wissen will, nach New York zog, um 2012 sein Debut „Dimaxis“ abzuliefern, diese hier nun scheint seine zweite Aufnahme zu sein – mit Referenzen an Thelonious Monk (Introspection) bis Schostakovich (Prelude No23 in F Major), im Ergebnis eine handwerklich sehr gute Nummer, von Charlie Mingus und Dave Holland inspiriert. Man kann allerdings mithilfe dieser Scheibe ziemlich gut raushören, wo ungefähr sich die 80iger-Generation des Jazz befindet – in technisch einwandfreiem Zustand sozusagen – es werden kaum Risiken eingegangen – die Kompositionen kann man fast schon übereinander legen, man erkennt die Abweichungen in ihren Nuancen – das ist, was ich unter akademisch verstehe – man stellt sich vor, wie sie sich ihre Stücke gegenseitig präesentieren, einer cooler und verhaltener als der andere – einzig der Saxophonist haut da mal einen oder zwei schräge Töne raus – (böse Zunge – und auch ein bisschen unfair – denn wie soll man agieren in Zeiten, wo jeder alles kann, oder alles jeden meint, oder gerade im Jazz die Variationsbreite weiter gefasst scheint als in der U- E- oder P-Musik – sagen wir so: im Vergleich zu dem, was Kamasi Washington von der Westküste der Staaten macht, ist das, was die New Yorker Szene derzeit präferiert schon eher Life-Style als Wild-Life – also Jazz für schick und ohne Loch und Lücke – es ist zu spüren: Jazz will gefallen – und sich nicht outen als freigeistig oder hemmungslos – nur eine Frage der Zeit? Nun. Wenn es schon gefallen will. Es gefällt mir – auch als Zeitzeugnis für ein Coming Out von kommt, geht und kommt schon wieder so ein Lehrstück über verlorene Shuhe. Auch gut. Schon immer. Die Titel der Stücke nicht ohne Ironie – „Butterfingers“ oder „One for Johnny“ oder „Matriarch“ (das ist natürlich eine nette und seufzende Stimme im Abklang der Sonne – oder „Yesterday at my House“ wo bitte? Ja, da wo der Bop ein bisschen Tempo macht – genau – da ist doch mal der wilde Ritt – endlich möchte man sagen – sagt nur so viel. Der Phil Donkin hat zuviel drauf, als dass man nichts mehr von ihm hören wird.

Raphael Imbert and Karol Beffa, Libres

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Raphael Imbert Karol Beffert

Eins der Lieblinge des Jahres 2015 wird Stück 2: „Creole“  Leicht tänzerisch, rhythmisch, sparsam in den Mitteln und doch so ausdrucksstark – Ausnahme-Aufnahme!

 

 

 

 

 

Sonar, Black Light

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Wayside Music

Das scheint mir das Ergebnis einer Freundschaft — ich hatte sofort Nik Bärtsch auf der Pfanne – oder ist das eine Erweiterung – eine Fortführung von „Static Motion“ aus dem Jahr 2014? Seit 2012 sind sie da unten hinter den Alpen mit diesem Kraftsound unterwegs – der jede Nacht zum Tag macht – zwei Gitarren ein Bass ein Schlagzeug und es drückt die Nacht zum Dunklen Loch hinaus – … fängt an mit „Enneagram“ – schwer und dunkel  und mächtig – rechts auf dem Ohr der eine, links der andere – mittendrin Bass und Schlagzeug – wenn da das Blech wegfliegt – und hier. Bums war der erste Ritt zuende. Kommt Black Light. Wer also einen Thriller oder einen Krimi verfassen will, sollte erstmal eine Nacht mit Sonar durchsounden … ist das eigentlich Geometrie – Arithmetik – Logik Verstand und Text in eins komprimiert (?) – da kannst du abhängig werden von –  hier der Stoff dazu: Jazzplatten 2015 - Jazz 2015 - Jazzalben 2015
Eine Wucht –

 

Yuhan Su, A Room of ONe’s Own Yuhan Su: Vibraphon, Gesang; Matt Holman: Trompete, Flügelhorn; Kenji Herbert: Gitarre; Petros Klampanis: Bass; Nathan Ellman-Glocke: Schlagzeug.

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Yuhan Su

Entweder will sich die Jazzgemeinde inzwischen in Luft auflösen (?), oder sie ist auf anderen Bahnen unterwegs – zumindest fühle ich mich etwas rätselhaft unberührt, wenn ich sehe, wie einige Muskerinnen/Künstlerinnen sich kaum durchzusetzen scheinen vor „der allgemein öffentlichen Welt“, während doch die sogenannten Insider sich längst einig sind, dass hier jemand einen schönen Weg gefunden hat für sich – und vor allem auch für mich, den Hörer – so rufe ich durch die hallenden Räume dieser Vibraphonistin: hier hört man schöne Klangteppiche, gute Kompositionen, schöne Arrangements, und hervorragende Musiker. Eine sehr stimmige und dichte Aufnahme.

Yuhan Suhan, aus Taiwan, 2008 gehts in die Usa, dort aufs Berklee. Das hier ist nun ihre zweite Aufnahme – In ihrer ersten Flying Alone ging es für meine Ohren noch kammermusik-artiger her, diese hier ist orchestraler, was vor allem der immer im Hintergrund etwas kratzend klirrenden Gitarre zu verdanken ist und nicht zuletzt auch dem Trompeter Mat Holman. Gleichzeitig habe ich das Gefühl, dass die Aufnahmen im einzelnen doch sehr aufeinander abgepasst sind – und es so von Stück zu Stück eine immer größere sich aufbauende Spannung gibt. Wenn Yuhan Su in den beiden ersten noch scheinbar Begleitung spielt, übernimmt sie in Valedicere II die Regie und treibt das Stück und mit ihm ihre Begleitung durch einen immer stärker ansteigenden Raum – einfach herrlich.

Und so wird, um es in einem einfachen Satz zu sagen, das Ganze eine schöne Erzählung mit unterschiedlichen Positionen, gleich nach diesem Feuerwerk auf Valedicere II folgt ein heruntergegebremstes Valedicere III (übersetzt aus dem lateinischen: Abschied nehmen, Lebewohl sagen) – ich würde die Empfehlung so formulieren wollen. Wer In Spite of Everything von Stefano Bollani gut findet, wird auch diese Aufnahme gerne hören.

The ACT Man, A Life in the Spirit of Jazz

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Cover Design ACT-Records – Siggi Loch

Das ist ein bisschen Nostalgie, ein bisschen in alten Zeiten unterwegs sein – vor allem die zweite CD hatte mich gleich auf der heiteren Seite. Diese unvergesslichen Stimmen von John Lee Hooker, Muddy Waters und Buddy Guy – einfach großartig. Dann rutscht das Ganze in den Rock ’n Roll, aber auch das lustig bis heiter – kann man sehr gut nebenbei hören und selbst nach dem dritten und vierten Mal nicht langweilig.

Wer da alles die Wege des Siggi Loch gekreuzt hat, und wem er da alles auf die Beine geholfen hat – schon unglaublich. Wusste ich gar nicht: Al Jarreau, Klaus Doldinger, Philip Catherine und Joachim Kühn gehören genauso zu seinen Entdeckungen wie Katja Ebstein, Marius Müller-Westernhagen oder Heinz Rudolf Kunze. Da gibt es also zwei Leben eines Siggi Loch (wahrscheinlich noch viel mehr) – ein Leben vor der Gründung des ACT-Labels, und eins, das schließlich ganz dem ACT-Label gewidmet ist. Hier vor allem dann die Entdeckung von Esbjörn Svensson oder Michael Wollny oder Nils Landgren. Das erfährt man alles in dem kleinen, schicken Beiheft mit schönem Bildmaterial – dort man vor allem einen immer freundlichen und begeisterten Siggi Loch sieht. Immer ganz nah am Geschehen. Das wirkt kaum gestellt oder distanziert, sondern irgendwie freundschaftlich (der frühere Siggi Loch) oder väterlich (der heutige).

Die Cds sind thematisch nach Lebensphasen geordnet.

CD1 The Beginning – hier tritt gleich mit dem ersten Stück Sidney Bechet in Erscheinung. Dieser Bechet Siggi Loch fünfzehnjährig am Jazz-Nerv gepackt hat. Und da Siggi Loch keinen Hehl draus machte, dass er kein so großartiger Musiker war, aber sich immer wünschte, in der Nähe der Musiker zu sein, verschrieb er sich schnell dem Vermarkten von Musik, dem Sichtbar- und Hörbarmachen von Musik, nicht ohne seine Jazz-Vorliebe weiter zu pflegen. Sich hierfür richtig hingehend zu verausgaben, sollte ihm dann ab 1992 mit Gründung des ACT-Labels gelingen.

CD2 (Blues & Rock) ist die Bluesige im Anfang, die Rock ’n Roll-hafte im Mittelteil, und dann wird es sogar ziemlich kitschig mit Nights in White Satin – man spürt richtig hingehend den Duft von 4711 des Hammond Orgel-Spielers mit einfachster Begleitung, wenn da Gitarre und Schlagzeug und Bass nichts machen, außer ihre fast schon schulbuchmäßige Begleitung abzuspulen – so war das wohl – mit einfachen Mitteln I feel free vor sich hinsmashen – und donnern. Man könnte geradewegs wieder in den Keller hinuntersteigen und auch nochmal losröhren …

CD3 nennt sich dann „Crossing Borders“ – lt. Begleitheft soll sie „Siggi Lochs Vision der kreativen Verbindung von vermeintlich undurchlässigen Genres“ in den Mittelpunkt rücken. Da ich ja durch die beiden ersten CDs schon sehr heiter gestimmt bin, kann ich das mit George Gruntzens Cembalo-Geklimpere gerade noch akzeptieren, mit einem Lächeln versteht sich, denn noch immer wird hier ziemlich wild drauf los gezimbelt – immerhin hört man schon auch mal einen Bass zaghaft ein Solo antesten – „zugekleistert“ durch eine Klarinette – sei’s drum, denn diese CD ist von allen die abwechslungsreichste – da geht’s gleich in einen Country über – um ins Arabische zu wechseln – von dort ins Spanische – es folgt ein Tango klapp klapp – zwischendurch dann eh einer meiner Lieblingssongs aus dem ACT-Programm, Christoph Lauer mit Sidsel Endresen – abgeschlossen wird die CD mit einem starken Duo Klavier und Trompete. Super-CD!

CD4: Hier wird es für Eingefleischte des ACT-Programms etwas schwierig. Denn wer schon viele CDs hat, wird einige Doppler hinnehmen müssen. Umgekehrt frage ich mich allerdings, was soll das Label auch machen, wenn hier die Anfänge des Labels dargestellt werden sollen – da sind ja nun inzwischen einige Klassiker entstanden – man könnte sich höchsten darüber streiten, was denn nun das stärkste E.S.T -Stück ist oder welchen Nils Landgren du hören willst – oder welches Polygon dir recht ist?

CD5 rundet das Ganze mit den Auftritten der ACT-Künstler in der Philharmonie ab. Auch hier wird man als ACT-Kenner um Doppler nicht herumkommen. Allerdings will ich auch hier mit meiner Kritik auf leisen Sohlen daherkommen: erstens habe ich bei insgesamt 66 Stücken vielleicht gerademal 4/5 Doppler, zweitens gilt das gleiche wie für CD4 – im Ergebnis man die CD in einem Stück hören kann, zurückgenommen im Hintergrund oder auch etwas kraftvoller über die ganze Breite der Anlage. (P.S. Wer also einen Bogen macht um Compilations, sollte einfach die Titelauswahl selbst nochmal checken und dann entscheiden!)

Einen Zwischenruf/Schlussakkord habe ich noch: Diese Sammlung ist auch bestens geeignet, Leute, die sich schwer tun mit jazzigen Tönen, an den Jazz heranzuführen, so wie es wohl insgesamt Siggi Lochs größte Leistung ist, über die Distanzen, sich nicht auf eine ganz bestimmte Ästhetik festgelegt zu haben, Musik also nicht nur als für eine bestimmte/unbestimmte elitäre Clique glänzen oder brillieren zu lassen, sondern sie so vielen es eben geht, möglich zu machen. Wer also seinen im Musik-Dschungel irrlichternden Freunden, Verwandten oder erwachsenden Kindern schon immer mal sagen wollte, was Jazz alles kann und will, und ist – hier ist eine Box für Einsteiger genauso für Leute, die meinen, schon alles gehört zu haben.

Dem Geburtstagskind sei dafür gedankt. Denn wo gibt es das schon. (Nur bei Betriebsausflügen wohl – da zahlt immer das Geburtskind drauf.) Hier schenkt es uns, was es für gut und richtig hält. Das nehme ich dankend an! Und empfehle es gerne weiter!

Weitere Sampler:

Sing Hallelujah, Magic Moments 8,
Verve & Blue Note Today 2015


Chick Corea
/ Bela Fleck Two Concord

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chickcorea bellafleck

Zwei Ausnahmemusiker trefen sich und der Vertrieb erzeugt bei mir größtes Unverständnis: Einerseits kann man die Stücke über Streamingdienste (auch umsonst) hören, andererseits wird ein satter Preis für die Aufnahme verlangt, dass man nicht anders kann als den Kopf schütteln. 15 lächerliche Dollars in den USA und satte 23 Euro in Europa – und für minderwertigere mp3 dann immer noch vollkommen überzüchtete 17,98 Euro – das wird nicht allein auf Amazon zurückzuführen sein – rein spekulativ – alles in allem sehr ärgerlich. Weil was die beiden musikalisch bieten ist große Improvisations-Kunst.

 

Kait Dunton trioKAIT

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Kait Dunton

Gleich das erste Stück „Prelude“ hat genügend Drive, dass man sich locker macht und erwartungsfroh der Scheibe folgen will. Oder wenn man will: ist das vielelciht die Antwort aus Los Angeles auf E.S.T? Es erinnert zumindest in Anschlag, Tempo und Molodieführung an E.S.T. Aber auch Hiromi (zumindest die Fender) kann Pate gestanden haben – nun weiß jeder, dass niemand dabei ertappt werden will, welcher Spielwiese er zugehört – oder vielleciht auch genau das: man/frau fühlt sich geschmeichelt … spielt das ein Rolle? Ich sage es für mich so: Bei all den Akademikern auf den Bühnen der Welt ist hier eine etwas stürmischere Gangart mit manchmal noch etwas zu einfachen Melodien oder Akkorden – funktioniert trotzdem schopn ganz gut. Es treibt, grooved und kracht und weiter gehts … absolut legitim, locker, spritzig, auch wenn ich über die auf Youtube vorliegenden Tapes den Eindruck gewinne, dass sie noch etwas kokett schüchtern oder unsicher wirken (wollen) – was schreibe ich, um ihr Image brauch ich mir keinen Kopf machen – genieße das einfach – ein bisschen Jazz-Rock-Pop darf es auch mal sein. Und wenn das Verstockte oder das Verschüchterte erstmal aus den Klamotten ist … kann da noch was kommen … man/frau wird sehen.

Kait Dunton: piano; Cooper Appelt: bass; Jake Reed: drums.

Rotem Sivan, Haggai Colen Milo, Colin Stranahan A New Dance

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Fresh Sound New Talent (Fenn Music) – Rotem Sivan: guitar; Colin Stranahan: drums; Haggai Cohen-Milo: bass; Daniel Wright: voice; Oded Tzur: tenor saxophone.

Fresh Sound New Talent (Fenn Music) – Rotem Sivan: guitar; Colin Stranahan: drums; Haggai Cohen-Milo: bass; Daniel Wright: voice; Oded Tzur: tenor saxophone.

Platten gibt’s, die gibt’s gar nicht, oder Vorsicht, ein Gitarrist, oder warum unter den vielen Gitarristen nun ausgerechnet dieser? Nun, Platten gibt’s, die gibt’s gar nicht, und ich denke, jeder der eine Klampfe zwischen seinen Fingern gehalten hat, wird diesem hier bescheinigen, dass er sein Instrument nicht nur beherrscht, sondern ihm einfach schönen Sound zu entlocken weiß, vor allem sind da gezupfte Momente zu hören, die nicht aufs rein Technische mehr reduzierbar sind, sondern Räume bilden – so, als sei es ganz einfach und absolut selbstverständlich – leichtfingrig und glasklar – ja, Platten gibt’s, die gibts‘ gar nicht – das ist deswegen so eine starke Aufnahme, weil es nicht mehr nur um die Explosion der Töne geht oder die rasante Technik die Leitern rauf und runter – sondern um das Abbilden und Zeichnen von Sound Raum Klang und Herz. Meine Erfahrung sagt mir, schreibe nie etwas über einen Gitarristen, denn die anderen sind der Meinung, sie seien einfach besser – Ausnahmen werden immer genehmigt, wenn sie klingen wie Abercrombie, Hall oder Metheny – jaja, denke ich, Platten gibt’s, die gibts’s gar nicht – diese hier lässt mich stimmig werden – meine, der Sound hallt im Ohr nach und trifft mich mitten in der Vernunft – sodass ich Euphorin verspüre – ohne viel Pathos darin, und ohne zuviel zu verraten: Aber Rotem Sivan wirst du dir merken müssen. Das ist mehr als nur eine Platte – gibt#s nicht, denkst du – doch gibt es.

St. Germain St.Germain

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Label: Nonesuch

Na, da brauchts nicht viel Worte – da macht jemand 15 Jahre Pause und schließlich setzt er fort an dem Punkt, wo er seine Pause begann – eine wenig spektakuläre Aufnahme, aber im Groove unverkennbar cool, leicht, locker, gemütlich – ganz wie der im Sand versinkende (?) – kann man immer wieder mal nebenbei auflegen und entspannt hören.

 

 

 

 

Eine Zusammenstellung der in 2015 in Erscheinung getretenen Künstler und Künstlerinnen auf dieser Seite …

Last but not least … da bin ich fast fertig mit meiner Aufstellung und schiele mal rüber nach Telegraph … und sehe, dass ich mit deren Liste weitgehend dacore gehe … vor allem freut es mich für Emily Saunders, das sie in UK offenbar angenommen wird. Und da ich hier auch mal abschließen möchte, sei jedem der Blick auf die Insel nachdrücklich empfohlen: The Best Jazz Albums of 2015 (ich schwöre: meine Liste ist in kompletter Unkenntnis ihrer Liste enstanden – jetzt wo ich sie gesehen habe … schweige ich lieber … und höre weiter im unendlichen Raum des vielseitigsten aller Musiksparten … Vielen Dank den Musikern und Musikerinnen !!! *****)

 

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