Wolgang Muthspiel – Rising Grace

Wolfgang Muthspiel – Rising Grace

Soeben erstanden und frisch aufs Ohr. Beginnt sehr ruhig und harmonisch. Bestechend gleich die spitze Trompete von Ambrose Akinmusire. Im zweiten Stück die Klassische von Muthspiel aufnimmt. /und schon unterbrochen … Telefon.

Was ich höre, ist ein sehr weiches Spiel unter den Akteuren, ähnlich den letzten Aufnahmen von ECM – typischer ECM Sound, könnte man behaupten. Das aber greift zu kurz. Schon im Triad Song wird mir der Ambrose wieder großartig zwischengespielt. Die Kompositionen sehr auf Ruhe und Ausgeglichenheit bedacht. Die Nuancen und Feinheiten sich nicht sofort ergeben – es ist, wenn man so will, ein Kammerspiel mit gutem Takt der Einzelnen zueinander oder aufeinander – kann sagen, dass es sich um eine angenehme und sehr schön [aufeinander] abgestimmte Aufnahme handelt. Allein Ambrose Akinmusire famos! Man spürt, dass Trompeter wie Fresu und Akinmusire voneinander profitieren, und Wheeler höre ich auch mitschwingen. Eher überraschend, dass Brad Mehldau hintergründig bleibt. Bis er schließlich Wolfgang’s Waltz einläutet. Ganz uneigennützig. Das mündet in einen schönen leichten Tanz.]

Ja, sie versprechen schon sehr viel allein durch ihre Namen. Hier aber spielen sie sich in eine eigene Geschichte und haben eine, wie ich finde, sehr weitgespannte Aufnahme abgeliefert … es ist immer ein Drive zu spürfen, herbeigeführt durch die sehr gute Rhythmik von Bass und Schlagzeug … und doch scheint es überwiegend schwebend vonstatten zu gehen … das Aufeinander-Achten, Sich-Ertasten und Treiben … eine Wohltat. Viele Wohltaten. Mit Raum und wieder mehr als hervorragend in Ton und Technik. Was ECM einmal mehr auszeichnet! Das ist höchste Qualität, ist Ausnahme und passt in die Reihe der Aufnahmen In Joy of Spite in Everything von Bollani, in die Sonntagsmusik von Paolo Freus In Maggiore, mir fällt noch Avishai Cohens In the Silence ein und Michel Benitas River Silver. Nehmen wir es wie es ist. Wer in den Regalen von ECM unterwegs ist, kann diese Aufnahme nicht stehenlassen.

Als ein letztes Beispiel soll das Stück Superonny dienen. Hier jeder mal aus sich heraustreten darf bis hin zur Atonalität – sich freischwimmen, und doch immer noch nachvollziehbar bleibt [Anderer Ausdruck für Freejazz] Wenn es hier um Sternchen ginge, alle fünf von mir! Ohne Abzug.

 

Wolfgang Muthspiel: guitar
Ambrose Akinmusire: trumpet
Brad Mehldau: piano
Larry Grenadier: double-bass
Brian Blade: drums

auf ECMPlayer : Hörbeispiele

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