Stefano Battaglia – Re:Pasolini

 

Vor manchen Aufnahmen darf vorsichtig gewarnt werden. Sie liefern zwei Stück, die überaus gelungen wirken oder traumschön … und dann wird die Aufnahme doch noch zum Ritt querfeldein: die Freiheit im Atonalen gefunden wird, sie sich frei improvisiert (aber mit Verlaub: mit mir dann nichts mehr zu tun hat). Dieses Album hat zwei Aufnahmen vorneweg, die einfach nur großartig sind. Und dann passiert, wofür ich kein anderes Wort mehr finde als Abflug. Wo die Bezüge zu Pasolini oder seiner Filmmusik da noch sein wollen, kann wahrscheinlich Battaglia erklären, mir erschließt es sich nicht mehr. [Muss ich mich etwa für einen Mangel an Kenntnis der Materie entschuldigen? Da erwarte ich dann auch mal einen Hinweis von denen, die mich hier beglücken wollen mit ihrem Sound. – Hinweise auf der Website der ECM dann s.u.] Eine Platte, die ich noch nie von vorne bis hinten durchgehört habe. Aber deren zwei erste Stücke ich immer wieder sehr gern höre.

Wer ein ungefähres Bild haben möchte von Stefano Battaglias Arbeit, ist, denke ich, mit diesem Tape ganz gut gestellt:

Weswegen sich jetzt noch mit der Pasolini-Aufnahme beschäftigen? Nun, als vertane Chance vielleicht, als Entwurfsidee, die im Konzept steckenblieb? So ist das eben. Manche Aufnahmen haben nur ein oder zwei Stücke, für die das Hinhören wirklich lohnt. Das ist hier gleich mit Canzone Di Laura Betti der Fall.

Die Melodie, hingehaucht und kontrapunktiert durch Cello und Klavier – besser geht’s nicht. Im zweiten mit Toto‘ E Ninetto setzt sich der Reigen fort.Um sich dann allerdings ab Canto Popolare in ein freigesetztes Spiel zu verabschieden – das sich mir nicht mehr erschließt.

Das Coverbild ist übrigens aus dem Film Das 1. Evangelium – Matthäus von Pasolini, eine wortgetreue Verfilmung des Lebens Jesu nach Matthäus – ein Szenenbild des Filmes –

und die Liste der Musiken in dem Film ist nun wirklich mehr als groß. Da hätte Battaglia eine Ebene tiefer schaufeln können: Zum Beispiel die Matthäus Passion: Hier: Wir setzen uns mit Tränen nieder. Das kann man leicht und schnell vortragen wie Koopmann:

oder tragend und dabei fast schon gefährlich an den Nerv zehrend wie: Karl Richter, das Schwebende Kreuz allein:

mir persönlich ist das Kammermusikalische am Liebsten (Philippe Herreweghe):

Weitere Musiken aus Pasolini sind:

Johann Sebastian Bach:

Concerto for violin and oboe in d minor (bwv 1060)

Fuga (Ricercata)

Hohe messe (bwv 232)

Concert für Violine in e major (bwv 1042):

Wolfang Amadeus Mozart: Maurerische trauermusik in c minor (kv 477)

Dissonance-quartet (kv 465)

Sergei Prokofiev: Cantate ‚alexander newski‘ nr 1

Blind Willie Johnson Dark was the night, cold was the ground

Hier hat sich schon jemand die Mühe gemacht:

 

Website von Stefano Battaglia

Stefano Battaglia piano, prepared piano
Michael Gassmann trumpet
Mirco Mariottini clarinets
Dominique Pifarély violin
Vincent Courtois cello
Aya Shimura cello
Salvatore Maiore double-bass
Bruno Chevillon double-bass
Roberto Dani drums
Michele Rabbia percussion
Recorded April and July 2005, Artesuono Studio, Udine
Engineer: Stefano Amerio
Produced by Manfred Eicher and Stefano Battaglia

weitere Infos zur CD auf der Website von ECM

versteht mich nur miss. Die beiden ersten Stücke allein sind die CD an sich wert … an was folgt, muss ich mich jedes Mal aufs Neue gewöhnen … und halte es dann i.d.R. nicht durch. Kann auch an mir liegen. Hier nun ein anderer Pasolini:

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