David Helbrock – Into The Mystic

Anlass der Bewirtung: Die vor kurzem erschienene CD bei ACT Into the Mystik: Das Sprengen der Konventionen heißt es auf der Website. Hier gibt es ein Portrait auf Deutschlandradio Kultur

Dort spaziert der gebürtige Österreicher tatsächlich durch die Rehberge von Berlin … wenn ich ihm ein paar mystische Grüße übermitteln könnte, dort bin ich ebenfalls regelmäßig mystifiziert worden in den Jahren 85/95, mit Malcolm Lowrys Unter dem Vulkan (nur eine Randbemerkung), er liest lieber Joseph Campbell. Trotzdem klingelts reichlich im Gebälk, auch auf der CD. Nehmen wir noch die Lobeshymnen:

„David Helbock gehört zu der Generation junger Jazzmusiker, die gerade die Grenzen ihres Metiers sprengen. […] Er selbst hat dabei erfolgreich seinen Weg gefunden.“
– Süddeutsche Zeitung

„Ein Geschichtenerzähler am Klavier.“
– 3sat Kulturzeit (DE, AT, CH)

„Das Mystische in Musik gepackt.“
– Deutschlandradio Kultur (DE)

„Einfach unbeschreiblich.“
– Jazz thing (DE)

„Einer der aufsehenerregendsten Jazzmusiker aus Österreich.“
– Salzburger Nachrichten (AT)

„Die poetische Seite des Jazz.“
– Der Standard (AT)

„Ganz großes Gefühlskino!“
– Kulturzeitschrift (AT)

„Virtuoser Trio Jazz, der Humor besitzt.“
– Audio (DE)

„Jazz mit erfrischender Unkonventionalität von seltenem Rang. / Album des Monats“
– Piano News (DE)

Im Zusammenhang mit Thelonious Monk wird es selbst mir mit der Mystik dann ein bisschen viel … seis drum. Wenn man Jazzpianist seiner Qualität ist, darf das ruhig und gekonnt in Musik übersetzt werden.

Das beginnt mit Beethovens Zweitem Satz aus der Siebten Sinfonie. Etwas Schöneres wurde einfach nicht wieder komponiert, würde Mutter sagen, und wenn du mich fragst, hat sie gar nicht so Unrecht. Ich bin heute für diese Thielemann-Aufnahme, ab Minute 13://

 

 

Der Sprung zu Helbock scheint nun ziemlich verbaut. Aber er überrascht einen dann doch: Indem er den dem Satz zugrundelegenden Rhythmus freilegt. Trickey auch die gedämpften Hämmer. So bekommt das Klavier einen spinettartigen Schlag. Um vor allem doch die alte Beethovensche Achtung „Mystik“ freizulegen. Das sind unverkennbar seine Quartsext-Akkorde – sofort identifizierbar.

Dem folgt ein poppiges und ruckiges (ja ruckig, nicht rockig) „The Soul“, nun mit Bass und Schlagzeug im Schlepp. Der Bogen geht über zu Thelonious Monk, darf die Star Wars berühren und auch David Bowie muss ein paar Geheimnisse freigeben.

(Also nochmal: das Mystische ist nach Innen gekehrt – und der Mythos die äußere Bildwelt dazu, sagt Helbock.)

Ein Konzeptalbum also. Sein perkussives Klavierspiel. Gepaart mit den dunklen Momenten seiner Inspirationsquellen, wie z.B. David Bowies LP LOW. Das letzte Stück bei Helbock nennt sich „The world needs more Heroes“ Was liegt da näher, als auf Heroes von David Bowie umzuschalten (ich bin für den heiteren Bowie, heute, grauer November, keine Sonne zusehen):

Das Album von Helbock geht einen sehr abwechslungsreichen und spannungsgeladenen Weg. Es schwingt zwischen klassischem Beethoven, poppig ruppigen und leichten Momenten zu temporeichen und gewaltig ins Zeug gehender Hektik wie in Louverture. Um gleich wieder weich aufgenommen zu werden in Eros. Der Wechsel zwischen den Tempi und den unterschiedlichen Höhen/Tiefen macht die Aufnahme zu einer spannenden und schönen Zeitreise. Ein Geschichtenerzähler am Klavier, macht volle Punktzahl!

Website von David Helbock

David Helbock / piano
Raphael Preuschl / bass ukulele
Reinhold Schmölzer / drums

Cover art by Gert und Uwe Tobias,
by courtesy of Contemporary Fine Arts, Berlin

Produced by Siggi Loch

 

 

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