Kurz vor Jahresrückblick

Bevor mein Jahresrückblick Jazz erfolgt, hier schon mal vorneweg eine Losesammlung von Songs, zu denen ich über die Jahre jeweils eine kleine Verbindung aufbauen konnte, eine innere Logik oder einfach nur ein inneres Bedauern, Trauern oder Warten – zum Beispiel dieser kleine kitschige Song von Sting. I’m an Englishman in New York – da war ich ein Hesse auf der Autobahn, immer von Gießen nach Berlin per Anhalter unterwegs – den Song verbinde ich wie keinen anderen mit der Autobahn im hessischen Mittelgebirge – und zuhause erwartet mich meine Freundin mit frisch rasiertem Schädel – oh Gott.

So könnte ich zu jedem Song eine Erinnerung skizzieren – das ergäbe mal ein nettes Buch – jetzt wo wir in Rente gehen und nacheinander den Memoiren verfallen.

STING (meine Version lautet I’m a Germanman in Hessen going across the boarder)

Oder diese beiden Songs, Gary Clail und Pop will eat itself, damals gefischt aus dem wohl besten Jugendsender aller Zeiten Radio 4 U / Später dann Fritzradio (den gibt es heute noch)

Gary Clail On U Sound System:

on-u-sound-system

https://www.youtube.com/watch?v=V2Qg73_lK1A

Pop will eat itself / einfach durchlaufen lassen!

 

Oder diese hier, um die Jahrtausendwende . Da bist du ständig verliebt und weißt nicht in wen … hörst dir die Ohrwürmer an und bist gleich wieder verliebt … in Mara… Sonne … Dante … Nora und vergisst bei dem fast zu sein, was du sein solltest: ein aufrechter Zinnsoldat mit zwei Gedanken nur: Du musst zur Arbeit … du musst zur Arbeit … da war ich schon fast vierzig und noch zu klein …

Robbie Williams ; 

No Doubt ; Kitch as Kitch Can!

Auch ein großartiger Song: Damals ich fast nicht mehr ohne Paralleluniversum bestehen konnte Hector Zazou: Song 5 Bitte – er springt immer an den Anfang.

oder dieses Keule:

MESH
Freund – Und wie finden wir den? The Tindersticks: toll, nicht wahr?:

Der Mix lässt sich endlos erweitern:

The Specials
Madonna:
The Doors:
Aaron:

Oder das Ding hier (Double), was eine Sünde. Zivieldienst in D-Dorf und nichts als alte und demente Männer und Frauen um mich herum – ein ganz eigenes Kapitel. Morgens 6:00 Uhr … dann 14:00 Uhr Schichtwechsel. Oder je nach Programm um 16:00 Uhr wieder auf Schicht. Zum Ausgleich diese Plastikmucke? Das musste schief gehen:  Double:

Deswegen der Wechsel von der Gerontopsychiatrie ins Stadtzentrum D-Dorf, in ein katholisches Altersheim. Dort die Eskapaden mit Freund Renè, der sich mit 30 das Leben nehmen wollte, sagte er damals 22 jährig. Hatte einen Depriblick – so richtig New Wave war das nicht, sondern irgendwie beklopft auch, allein die Bierflaschen mit der Rohypnol und dann am frühen Morgen fit wie ein Turnschuh die Flure rauf und runter, den Hoffmann in die Badewanne stecken. Sicher lebt Renè noch – denn um Sprüche verlegen war man selbst am Baggersee nicht, wo man mit steilem Rohr dem Wasser entstieg, aber niemand da war zum Verlegen … Er hielt sich in der Liga

The Clash und The Cure auf, ich schwankte zwischen

Talk Talk und

Aussicht auf Besserung gab es auch in Berlin lange nicht, da ich mehr oder weniger verwirrt war nach den Toten in der Gerontopsychiatrie, den elenden Drogeneskapaden in der Innenstadt Düsseldorfs und dem Nichtwissen, was in Berlin nun machen, was studieren? Sollte ich Studieren? In D-Dorf hatte ich einen Anwaltsgehilfen betreut, der erzählte mir die ungeheuerlichsten Geschichten aus seinem Berufsleben – sollte ich, angehender Schriftsteller, nicht etwas machen, was mir Geschichten spendiert?

Ich bewarb mich als Rechtsanwaltsgehilfe / dafür sei ich bei Gott überqualifiziert – woher wusste der das? / Ich rannte zur Uni in Dahlem – und entschied, es mit Germanistik und Informatik auf Lehramt zu versuchen – voller Schiffbruch. Keinen Überblick. Und Informatik C++ LISP und PASCAL / und allen war klar: das wird morgen was ganz anderes sein:

In meinem Fall Architektur. 7 Jahre Struktur/Konstruktion/Form/Raum. Wenn dein Kind nicht weiß, was es studieren soll, Architektur ist ein großartiges Fach – nicht nur im Hinblick auf die Architektur – sondern einfach und simpel vor dem Hintergrund seines noch generelleren Ansatzes. Da fließen Künste und Technik noch zusammen – auch wenn natürlich im Berufsleben alles auf den Kopf gestellt wird. Das Studium selbst aber ermöglicht Spielräume und erweitert auch Denkräume – feste Überzeugung. Setzt natürlich auch eine gewisse Bereitschaft voraus. Aber jetzt wo sie alle SAP studieren / wird auf der Bühne der Gestalter wieder was frei!

In der Musik spreizte sich das Bewusstsein zwischen

Billy Holiday 

Depeche Mode

John Mayer
Patrica Barber
und Nick Cave /Der Himmel über Berlin

Vor allem auch der Psycho-Horror eines David Lynch mit Rammstein und David Bowie:

durchkreuzt von so famosen Leuten wie Radiohead ; Jeff Buckley ; und selbst Bob Marley war noch immer für einen Klingelton gut. Ab hier aber, ungefähr hier … Bruno Mars verließ mich die Musik, fand ich nur noch zu Evergreens oder Gutenachtliedern Zugang: Es war inzwischen alles nur noch Easy Listening, nachdem, ach sicher doch, der Techno Maschmusik als Avantgarde verkörpern will … schon klar: das sind nur Vorboten des großen globalisierten 4/4 Takt … //: die Sprache wird maschineller und die Maschinen immer mehr zum Feel and why does my soul. Zwar konnte Faithless meiner Lethargie noch kurz von der Schippe helfen … aber mit God is a DJ war es dann endgültig klar: Man wird alt. Wenn die Götter 4/4 Takten… muss mit Jesus was schief gegangen sein. Jesus Culture : Nehmen wir noch Abschied von

Gloria Gaynor 

Grace jones

John Lennon:

Eric Clapton

Rolling Stones

Killing Joke

Und wenn man mich nun fragt, wer mein absoluter Favorit ist, ich kann es nicht sagen. Wiederentdeckt habe ich die Allman Brothers: Gerne erinnere ich mich an das Konzert von Stevie Wonder in Dortmund, das war mit ähnlichem Programm wie diesem hier (Konzert 1989) Sir Duke in etwas besserer Qualität. Man könnte die ganze Liste wieder von vorne aufrollen. Nehmen wir noch dieses Kitschnovelle als Abschied aus dem Jahr 2016 / Bowie und Cohen. Ab ins Bett: es gibt immer ein Nächstes Jahr:

Leonard Cohen

ach ja, dieser hier noch: Queen und den hier auch Pink Floyd:

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